Cine Móviles
Alternativ als Apple Quicktime Film (Format m4v / ca. 114 MB)
Wanderkinos gibt es in vielen „kinofreien” Regionen der Welt. Nur Argentinien besitzt ein von Staat und Provinzen getragenes Wanderkino, das flächendeckend das riesige Land mit dem nationalen Kino versorgt, 80 Prozent des Landes sind „kinofrei”. Die Cine Móviles wurden nach einem großen Kinosterben Ende der 90er Jahre eingerichtet, eine Kooperation zwischen dem Instituto Nacional de Cine y Artes Audiovisuales (INCAA) und den Kultursekretariaten der Provinzen. Alle 24 Provinzen Argentiniens verfügen über ein Projektions-Team samt dem Equipment für mobiles Kino.
Weitere Informationen unter http://cinemoviles.de
Wanderkinos gibt es in vielen „kinofreien” Regionen der Welt. Nur Argentinien besitzt ein von Staat und Provinzen getragenes Wanderkino, das flächendeckend das riesige Land mit dem nationalen Kino versorgt, 80 Prozent des Landes sind „kinofrei”. Die Cine Móviles wurden nach einem großen Kinosterben Ende der 90er Jahre eingerichtet, eine Kooperation zwischen dem Instituto Nacional de Cine y Artes Audiovisuales (INCAA) und den Kultursekretariaten der Provinzen. Alle 24 Provinzen Argentiniens verfügen über ein Projektions-Team samt dem Equipment für mobiles Kino.
Die Teams besuchen hauptsächlich die Schulen, meist finden nach dem Kinderprogramm auch noch Vorstellungen für Erwachsene statt. Ein besonders soziokulturell ausgerichtetes Programm entwickelte das Cine Móvil-Team der Provinz Córdoba, das für die Deutschland-Tour ausgewählt wurde. Das Cine Móvil besucht u.a. auch Altenheime und Gefängnisse.
Cultura para todos – Kultur für alle!
Die Teilnahme aller Menschen an der Kultur wird in Argentinien als ein Bürgerrecht begriffen. Dabei werden die Schwellen der räumlichen Distanzen ebenso wie die ökonomisch-sozialen Grenzen überwunden. Das Angebot der Cine Móviles ist generell für alle Besucher gratis. Die Cine Móviles sind flächendeckend das einzige Kulturprojekt des Landes, das regelmäßig die Kultur direkt zu den Menschen bringt.
Die Cine Móviles wurden daher 2003 von der „Organisation amerikanischer Staaten” (OAS) in die Liste der wichtigsten Kulturprojekte des Kontinents aufgenommen.
Ein Cine Móvil sechs Wochen auf Deutschland-Tour
Die Bundeszentrale für politische Bildung schrieb einen Wettbewerb anlässlich des „Bicentenario” im Jahr 2010 aus. Vor 200 Jahren wurden die ersten lateinamerikanischen Länder, darunter auch Argentinien, unabhängig. Gesucht waren Ideen für innovative Kulturprojekte, die dazu beitragen, die Kenntnis über Lateinamerika in Deutschland zu verbessern. Die Idee, ein argentinisches Cine Móvil sechs Wochen durch Deutschland reisen zu lassen, wurde prämiert und fand in Argentinien wie in Deutschland sehr viel Unterstützung. Und so startet das „Cine Móvil” am 28. August 2010 in Berlin „Open Air” in der Langen Nacht der Museen im Ibero-Amerikanischen Institut mit „El abrazo partido” (Die verschwundene Umarmung), dem Berlinale-Gewinner von 2004.
6000 Kilometer durch alle Bundesländer, kleine Orte und große Städte
Für die Tour wurden rund 30 Orte ausgewählt, die keine Kinos (mehr) haben, in den Großstädten Viertel ohne Kinos oder kulturelle Institutionen. Neben Berlin werden Bremen, Köln, Hamburg, Frankfurt a.M., Leipzig, München, Nürnberg und Weimar besucht. Auf dem Land gastiert das Cine Móvil in kleinen Orten wie Sternberg in Mecklenburg-Vorpommern, Arnstadt in Thüringen oder Ichenheim in Baden-Württemberg.
Argentinisches Kino gratis – ohne Sprachbarrieren
Im Programm sind Filme für Kinder und Erwachsene, die in Deutschland teils auf Festivals liefen, doch einem breiten Publikum unbekannt sind. Alle Filme haben deutsche Untertitel. Für Kinder läuft „El Ratón Pérez” in der deutschen Fassung „Herr Figo und das Geheimnis der Perlenfabrik”. Wie in Argentinien sind die Vorstellungen für die Besucher gratis. Und wie in Argentinien werden soziokulturelle Institutionen besucht: Schulen, kommunale Kinos, Kultureinrichtungen, die spanischsprachige Community und Gefängnisse. Die letzte Station ist Frankfurt a.M. zur Zeit der Buchmesse, auf der Argentinien Ehrengast ist. Das Cine Móvil ist mit einem literarischen Filmprogramm im Instituto Cervantes vor Ort.